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Die Familiegrau

Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm - bereits in der sechsten Generation ist dieses Sprichwort bei Oehler Programm: Der Betrieb geht vom Vater an den Sohn über. Es ist der Wunschtraum fast jeden Unternehmers - ob Handwerker oder Fabrikant - dass das Lebenswerk in den Nachkommen eine Fortsetzung erfährt.

Mit einem Schnäppchen beginnt der junge Gerbermeister Christian David Oehler das erste Kapitel der schon über 190-jährigen Familienhistorie:

Für 800 Gulden bietet 1823 eine Gerberwitwe ihre Hütte nebst Werkzeug für 50 Gulden feil. Ein verlockendes Angebot, bei dem der ehrgeizige Handwerksmeister zugreift.

45 Jahre lang führt er die Gerberei in Marbach. Erst im Alter von 70 Jahren - man schreibt das Jahr 1868 - übergibt Christian David den Betrieb an seinen Sohn. 1888 kommt die Reihe an den dritten Christian David Oehler - knapp 30jährig wächst der Mann mit dem Bismarck-Schnauzer schnell in die Rolle eines Unternehmers mit Weitblick hinein. Mit dem lohgar gegerbten Wichs-Kalbleder schafft sich Oehler in der Fachwelt einen Namen.

1930 tritt mit Eugen Oehler die vierte Generation in die Firma ein. Auch dieser Sohn erweist sich als würdiger Nachfahre. Als wichtigste Neuerung führt er die Chromgerbung ein und sichert dem Unternehmen neue Kunden.

"Die Bodenständigkeit in der württembergischen Industrie, die sie in besonderem Maße krisenfest sein lässt, ihre Verwurzelung mit Land und Leuten und der Unternehmergeist ganzer Sippen." So charakterisiert Eugen Oehler 1940 das Erfolgsrezept seiner Firma und schreibt zugleich seinen Söhnen Manfred und Ernst-Eugen die Berufswahl ins Stammbuch. Mit Anfang 20 treten sie 1957 in die Geschäftsleitung ein.

Für die sechste Generation, repräsentiert durch Uwe Oehler, ist es der Großvater, der die Begeisterung für das Lederhandwerk weckt. Der jüngste Spross der Gerberfamilie absolviert in den 80er Jahren traditionell eine Gerberlehre, um heute das Familienerbe weiterzuführen. Zumindest indirekt ist der Juniorchef sein eigener Kunde: Sein Schuhschrank ist bestens gefüllt- wenn auch nicht nur mit Schuhen aus Oehler-Leder.